Pressebericht vom 14.06.2008
Akkordeonissimo setzt Glanzlichter
Abschlusskonzert der Pfungstädter Woche mit hochkarätigen Gästen
Am 14 Juni 2008 fand das Konzert „Akkordeonissimo“ der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. als Abschlusskonzert der Pfungstädter Woche statt. Zu diesem Anlass wurde um 18 Uhr in die Sport- und Kulturhalle zu einem ganz besonderen Konzert geladen. Der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. gelang es gemeinsam mit dem Nürnberger Akkordeonorchesters Willi Münch e.V. sowie dem Bundesdirigenten Fritz Dobler, der eine seiner Kompositionen vorstellt, und dem Bürgermeisters Horst Baier, der als Sprecher bei Sergej Prokofieffs Musikmärchen „Peter und der Wolf“ gemeinsam mit dem 1. Orchester der AVP ein musikalisches Märchen nicht nur für Kinder erzählte, ein ganz besondere Konzert zu gestalten.
Bewußt soll mit der etwas früheren Anfangszeit des Konzertes auch Familien mit Kindern die Gelegenheit gegeben werden, auf dem Akkordeon gespielte Orchestermusik gemeinsam zu erleben. Dabei stand neben der guten Unterhaltung das musikalische Erlebnis im Vordergrund.
Unter dem Motto „Pssst – Maestro Dobler komponiert“, wurden im Konzert zunächst Einblicke in die Entstehung einer Komposition für Akkordeonorchester gegeben. Den musikalischen Auftakt des Konzertes präsentierte zu diesem Zweck das 1. Orchester mit „Ballade“ von Fritz Dobler. Dieser war selbst anwesend und gewährte dem Publikum ausführliche Einblicke in die Gedankenwelt und das Handwerkszeug eines Komponisten. Eindrucksvoll schilderte er die Entstehung der „Ballade“ die durch das 1.Orchester musikalisch veranschaulicht wurde. Fritz Dobler begann bereits mit 15 Jahren ein Musiklehrerstudium an der Städtischen Musikschule Trossingen. Dort war er dann als Lehrer für Solo-Akkordeon, Tonsatz, Improvisation und Dirigieren tätig. 1949 wurde er in Konstanz erster „Deutscher Akkordeon-Meister“ und gewann 1954 den „Coupe Mondiale“. Neben vielen weiteren Auszeichnungen wurde er zum Bundesdirigenten des DHV (Deutscher Harmonika-Verband) ernannt. Darüber hinaus ist er auch mit großem Erfolg als Komponist tätig, wovon sich das Publikum beim anschliessenden Hören der Aufführung der „Ballade“ durch das 1. Orchester der AVP selbst überzeugen konnte.
Mit „Peter und der Wolf“ wurde anschliessend von den Pfungstädte Akkordeonisten ein Werk aufgeführt, das zu den Klassikern der Programmmusik gehört, da es ein Märchen nicht nur musikalisch, sondern gleichzeitig auch in Worten durch einen Sprecher erzählt. Zur Inszenierung trugen AVP-Akkordeonschüler der Aktion „Schüler an die Tasten“ und aus dem Nachwuchsorchester der AVP bei. Das Musikmärchen von Sergej Prokofieff in einer sehr gelungenen Übretragung auf das Akkordeonorchester wurde ebenfalls vom 1. Orchester der AVP unter Leitung von Jens Jourdan vorgetragen. Das Werk aus dem Jahr 1936 erzählt auf musikalische Weise die Abenteuer des kleinen Peters, der gemeinsam mit seinen Tierfreunden den großen grauen Wolf fängt und diesen gemeinsam mit seinem Großvater und den Jägern anschliessend in den Zoo verfrachtet.
Ergänzt wurde die musikalische Erzählung, in der sich die einzelnen Rollen auf die Stimmen und Instrumente des Orchesters verteilen, im Pfungstädter Konzert durch eine parallelverlaufendes Inszenierung mit einem wunderbaren Bühnebild, aufgeführt von AVP-Akkordeonschülern der Aktion „Schüler an die Tasten“ (Valentin Maul als Peter, Lukas Hemmje als Opa, Daniel Sommer als Wolf, Celine Zuliani als Ente, Mona Henneberger als Katze, Vanessa Florian als Vogel, Manuela Kissel als Baum sowie Isabel Hegemann, Niklas Sauer, Pauline Götz und Jackie Riehl als Jäger). Kein geringerer als Bürgermeister Horst Baier verlieh dem Erzähler auf sehr gekonnte Art und Weise seine Stimme und trug mit großem Engagement sehr zu einer Aufführung bei, die Groß und Klein in der Halle begeisterte.
Im zweiten Teil des Konzertes führte das Nürnberger Akkordeonorchester unter der Leitung von Stefan Hippe durch die wichtigsten Stilrichtungen der Literatur für Akkordeonorchester. Neben Bearbeitungen sinfonischer Werke stand natürlich auch Originalmusik und Neue Musik auf dem Programm. Noch vor kurzem stand das 1. Orchester der AVP gemeinsam mit den Musikfreunden aus Nürnberg im Deutschen Orchesterwettberb in Wuppertal auf der Bühne, den das Nürnberger Spitzenensemble in diesem Jahr mit der Traumbewertung von 25,0 Punkten gewonnen hat. Das Akkkordeonissimo-Konzert zum Abschluss der Pfungstädter Woche hatte also den deutschen Meister unter den Akkordeonorchestern zu Gast.
Im Pfungstädter Konzert begeisterte das Nürnberger Akkordeonorchester Willi Münch e.V. bestritt mit anspruchsvoller Orchestermusik das Publikum. Schon seit Jahren zählt das Nürnberger Akkordeonorchester zu den routiniertesten Akkordeonensembles Europas. Mehrfach erzielte das Orchester hervorragende Leistung in deutschen, als auch internationalen Wettbewerben. Für die Qualität dieses Orchester zeugen Einspielungen bei Rundfunk, Fernsehaufnahmen und fünf Langspielplatten. Geleitet wird das Nürnberger Akkordeonorchester Willi Münch e.V. von Stefan Hippe, selbst gebürtiger Nürnberger. Er studierte Musik in Nürnberg, als auch in Würzburg mit dem Schwerpunkt Komposition. Daraus entstanden rund 70 Kompositionen, die auch mehrfach ausgezeichnet wurden, darunter auch ein 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb der Sommerlichen Musikakademie Hitzacker.
Vom Orchester technisch brillliant und mit großer Musikalität vorgetragen wurden „Spanische Impressionen“ in vier Sätzen von Wolfgang Jacobi sowie die Ouvertüre zur Oper „Semiramis“ von Giacchino Rossini in einer Bearbeitung von Herbert Bausewein. Beim nächsten Stück konnte sich das Publikum selbst von den Qualitäten des Komponisten und Orchesterleiters Stefan Hippe überzeugen, der mit seinem Werk „Krakatao“ in moderner Tonsprache und fast schon programmatisch den Vulkanausbruch und die vollständige Zerstörung der gleichnamigen Südseeinsel musikalisch nachzeichnete. Zum Abschluß begeisterte das Orchester mit einer sehr spielfreudigen Auswahl von Sätzen aus „Carmen Suite“ von Georges Bizet das Publikum.
Der stürmische Applaus des mit nahezu 300 Besuchern sehr zahlreich erschienenen Publikums, ließ den Wunsch nach einer Zugabe klar erkennen, die dann auch unmittelbar erfolgte. Die Spieler des 1. Orchester der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. gesellten sich zum Finale mit dem Nürnberger Akkordeonorchester Willi Münch e.V. auf die Bühne und und krönten den ohnehin schon gelungenen Konzertabend sehr rhytmisch und spritzig mit Danza Final, einem Malambo aus „Estancia“ von Alberto Ginastera in einer Bearbeitung von Stefan Hippe.
Die AVP betreibt neben der Arbeit ihrer Ensembles auch weiterhin die Musikalische Früherziehung sowie die Ausbildung im Melodika- und Akkordeonunterricht.Telefonische Information und Anmeldung sind unter 06157/990945 und 06257/7575 jederzeit möglich. Weitere Informationen zur AVP erhalten Sie auch im Internet unter www.avp-1936.de.
