Standing Ovations und drei Zugaben
Uraufführung und Gastorchester begeistern beim Akkordeonissimo-Konzert zum Abschluss der Pfungstädter Woche

Bericht vom 22.06.2009

Wie bereits in den vergangenen Jahren hat die Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. am vergangenen Samstag, dem 20. Juni 2009 das diesjährige Akkordeonissimo-Konzert in der Sport- und Kulturhalle zum Abschluss der Pfungstädter Woche gestaltet.

Das diesjährige Akkordeonissimo-Konzert zum Abschluss der Pfungstädter Woche veranstaltete die Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. unter Mitwirkung des Akkordeon-Orchesters Untergrombach unter der Leitung von Wolfgang Pfeffer.

Das Orchester wurde von Wolfgang Pfeffer 1974 gegründet, der seither die Leitung inne hat. Wolfgang Pfeffer, der an der Staatlichen Hochschule für Musik Akkordeon und Orchesterleitung studiert hat, war von 1992 bis 1996 Stipendiat des Deutschen Musikrates bei Sergiu Celibidache in München. Das Orchester aus Untergrombach hat unter seiner Leitung bereits große Erfolge gefeiert, so z.B. den Bundessieg beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2000 in Karlsruhe sowie den 1. Platz in der Höchststufe beim Internationalen Akkordeonfestival in Innsbruck 2001 und 2007.

Das 1. Orchester der AVP stand bereits mehrfach mit den Musikfreunden aus Untergrombach beim internationalen Akkordeonfestival in Innsbruck im Wettbewerb, den das Untergrombacher Spitzenorchester im vorletzten Jahr mit einer Traumbewertung gewonnen hat, nachdem es im Vorfeld bereits in den Jahren zuvor zweimal den deutschen Orchesterwettbewerb gewonnen hatte. Wir können also wieder einen mehrfachen hochrangigen Preisträger unter den deutschen Akkordeonorchestern bei uns in Pfungstadt herzlich willkommen heißen.

Bewußt wurde mit der etwas früheren Anfangszeit des Konzertes auch Familien mit Kindern die Gelegenheit gegeben werden, auf dem Akkordeon gespielte Orchestermusik gemeinsam zu erleben. So hatten sich am Konzertabend als besondere Ehrengäste unter anderem zahlreiche Akkordeonschüler der AVP im Konzert eingefunden, nachdem sie am Nachmittag bereits exklusiv an der Hauptprobe des Spitzenorchesters teilnehmen und den Dirigenten sowie die Spieler kennenlernen durften. Dabei stand natürlich neben der Unterhaltung und dem Kennenlernen das musikalische Erlebnis sowie die Vorstellung der Programminhalte und der verschiedenen Orchesterinstrumente im Vordergrund.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Stadtverordnetenvorsteher und Schirmherrn der Pfungstädter Woche, Reinhard Ahlheim eröffnete das Erste Orchester der Akkordeon-Vereinigung das Konzert mit der technisch brillianten Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ von Rossini sowie mit einer musikalisch fein ausbalancierten Interpretation der „Sinfonischen Suite“ von Wolfgang Jacobi.

Als besonderes Highlight brachten die Pfungstädter Akkordeonisten in diesem Jahr zum Abschluss des ersten Teile eine Uraufführung eines neuen Werkes von Oliver Mehler zu Gehör. Der Komponist, der selbst im Orchester mitspielt, hatte dieses Stück eigens für das Pfungstädter Orchester komponiert und gemeinsam mit den Musikern unter der bewährten Leitung von Jens Jourdan einstudiert. Nach einem Wechsel aus furios zorningen und melancholisch einfühlsamen Passagen begeisterte das Musikstück abschliessend mit einem großen Schlußchoral das Publikum und der Komponist wie der Dirigent und das Orchester erhielten lang anhaltenden Beifall.

Das Akkordeon-Orchester Untergrombach stellt im zweiten Teil die Aufführung eines ebenfalls noch relativ neuen Originalwerkes für Akkordeonorchester von Susanne App in das Zentrum der Aufmerksamkeit bevor es mit einer Reihe von Wolfgang Pfeffer selbst arrangierten Werken verschiedener Genres einige sehr attraktive Neuigkeiten aus dem Bereich der Übertragungen für Akkordeonorchester vorstellte.

Dabei erhielten insbesondere die rhytmisch wie klanglich kraftvolle Aufführung des „Mars“ aus der „Planeten-Suite“ von Gustav Holst sowie die Filmmusik zu „Fluch der Karibik“ lang anhaltenden und euphorischen Applaus mit vielen Bravorufen.

Entsprechend seinem fulminanten Vorspiel im zweiten Teil des Konzertes wurde das
Spitzenorchester aus Baden unter der Leitung seines herausragenden Dirigenten erst nach mehreren Zugaben aus dem Saal entlassen. Dabei schlossen sich die Pfungstädter Akkordeonisten nahtlos in das Zugabenprogramm an, so dass im Finale über 70 Akkordeonisten mit südamerikanischer Rhytmik, ausgelassener Spielfreude und gekonnten Solo- und Show-Einlagen das Publikum zu Stehenden Ovationen begeisterte. Die Beteiligten Besucher und Musiker werden sicherlich noch lange an dieses Konzert zurückdenken und auch der freundschaftliche Austausch der beiden Orchester in einem gemütlichen Beisammensein im Anschluss an das Konzert endete erst weit nach Mitternacht.

Sollten Sie sich für das Musizieren bei der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt interessieren oder möchten Sie Ihre Kinder zur musikalischen Früherziehung oder zum Akkordeon-Unterricht anmelden, so wenden Sie sich gerne an Horst-Günter Thomas unter 06157/7575 oder Daniela Cappel-Hemmje unter 06157/990945.

Das 1. Orchester der AVP
Die Liebe zur Musik bestimmt seit der Gründung im Jahre 1936 bis zum heutigen Tag nachhaltig die Vereins-, Orchester- und Jugendarbeit der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V.. Ein wichtiges Ziel des Vereins ist die Pflege der Akkordeonmusik im weitesten Sinn.
Dazu gehört die Interpretation anspruchsvoller Originalmusiken für Akkordeonorchester, die Aufführung von sinfonischen Kompositionen in Bearbeitungen für Akkordeonorchester und schließlich auch die internationale Folklore, populäre Stücke der gehobenen Unterhaltungsmusik sowie Swing, Jazz, Rock und Pop. 


Dem Pfungstädter Orchester und seine bisherigen Dirigenten (Willi Geisel, Werner Kirschner, Herma Finsterer, Lotte Kirschner, Dr. Jörg Mehren und Jens Jourdan) war und ist es hierbei gleichermaßen wichtig, daß ihre Musik engagiert und verantwortungsvoll interpretiert wird und daß dadurch immer wieder ein Beitrag zur Weiterentwicklung und zum Ansehen der Akkordeonmusik geleistet wird.
Regelmäßige Konzertreisen nach England, Italien und Frankreich sowie die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an hochrangigen Wettbewerben (zuletzt 2004 und 2008 beim Deutschen Orchesterwettbewerb und 2007 beim Internationalen Akkordeonfestival in Innsbruck) untermauern dies eindrucksvoll.
Die Zusammenarbeit mit Solisten und Orchesterleitern anderer Instrumentengattungen hat darüber hinaus bei der AVP eine lange Tradition. In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich die AVP aber auch verstärkt der überregionalen Aus- und Weiterbildung von Orchesterspielern und Dirigenten gewidmet. Das Landesakkordeonorchester Hessen wie auch die Landesakkordeon-Big-Band Hessen haben ihre Ursprünge in den Lehrgangsaktivitäten, welche die AVP in den neunziger Jahren in Pfungstadt ausgerichtet hat.
Für ihr herausragendes Engagement in der musikalischen Arbeit und der Jugendausbildung wurde die AVP im Jahr 2005 mit dem renommierten Ludwig-Metzger-Preis für ehrenamtliche und gemeinnützige Kulturarbeit ausgezeichnet.
Im Jahr 2008 überstieg die Migliederzahl der AVP erstmalig die Zahl 200. Die Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. bietet neben der Arbeit ihrer drei Orchester sowie ihrer drei Ensembles im Schüler und Erwachsenbereich mit etwa 60 Spielern derzeit auch etwa 60 Akkordeonschülern in fünf Pfungstädter Grundschulen und etwa 30 Kindern in musikalischer Früherziehung an zwei Pfungstädter Kindergärten eine musikalische Heimat.


     Jens Jourdan

Jens Jourdan, 1965 in Darmstadt geboren, hat im Alter von 15
Jahren begonnen, Trompete zu spielen. Er wurde mit 18 Jahren Mitglied im Landesjazzorchester Hessen.
Nach dem Abitur studierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik Mannheim/Heidelberg in den Fächern Orchestermusik und Instrumentalpädagogik. 1991 schloss er beide Studiengänge mit Diplom ab.
In den Jahren 1993-1995 schloss sich ein künstlerisches Aufbaustudium an der Scola Cantorum – Abteilung für Alte Musik – an der Musikakademie der Stadt Basel an. In der Klasse von Edward H. Tarr bildete sich Jens Jourdan auf dem Gebiet der Aufführungspraxis auf historischen Instrumenten weiter.
Jens Jourdan tritt im gesamten deutschsprachigen Raum mit international renommierten Ensembles auf, darunter die „Akademie für Alte Musik“, „La Stagione“, das „Mainzer Bachorchester“ u.a. Bei Tourneen und CD-Einspielungen im In- und Ausland wirkte er ebenfalls mit.
Hauptamtlich war er von 1990 bis 2003 als Lehrer an der Städtischen Musikschule Ludwigshafen angestellt. Dort unterrichtete er in den Fächern Trompete, Musiklehre und Blasorchesterleitung. Ab 2003 stand Jens Jourdan im
Referendariat für den gymnasialen Schuldienst, das er in 2005 mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen hat.
Eine Fortbildung für die Leitung von Blasorchestern führte ihn an die Bundesakademie für musikalische Jugendbildung nach Trossingen. Dort lernte er Felix Hauswirth kennen, in dessen Klasse er von 1998-2000 ein Dirigierstudium mit dem Schwerpunkt Ensemble- und Orchestermusik für Bläser absolvierte. Hieraus resultierte neben dem Engagement als Dirigent ebenfalls eine enge Zusammenarbeit mit dem Musikverlag Ruh, bei dem Jourdans erstes Werk publiziert ist.
Das 1. Orchester der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V. leitet Jens Jourdan seit 2002.



Das Akkordeon-Orchester Untergrombach

Das 2. Akkordeonorchester des Handharmonika-Club Untergrombach 1933 e.V. wurde 1974 von Wolfgang Pfeffer selbst gegründet. Ziel dieses Klangkörpers ist die Interpretation zeitgenössischer Akkordeon-Orchestermusik. Schon die ersten Auftritte mit unbekannten oder selten gespielten Werken waren große Erfolge auf nationaler Ebene. Durch die später auch auf internationalen Wettbewerben erzielten Erfolge wuchs die Begeisterung für diese Art der Musik immer mehr.




Stetiger Aufbau, Kontinuität in der Zusammensetzung des Orchesters, das Engagement der Spieler und auch des Dirigenten Wolfgang Pfeffer weckten das Interesse namhafter Komponisten wie Paul Kühmstedt, Diether de la Motte und Adolf Götz. So wurden zahlreiche Kompositionen uraufgeführt, die als Manuskript vorlagen und von Wolfgang Pfeffer arrangiert wurden. Rundfunkanstalten und Musikverlage verpflichteten das Orchester zu Platten- oder Bandaufnahmen einiger dieser Werke. Die Stärke des Orchesters beruht auf dem gemeinsamen Ziel von Spielern und Dirigent, etwas Neues zu erarbeiten und dem daraus resultierendem Spaß am Musizieren.
Größte Erfolge der letzten Zeit waren der Bundessieg beim
Deutschen Orchesterwettbewerb 1996 in Gera und 2000 in Karlsruhe und der 1. Platz in der Höchststufe beim Internationalen Akkordeonfestival in Innsbruck 2001 und 2007.


  Wolfgang Pfeffer

Wolfgang Pfeffer studierte von 1968 bis 1975 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe Akkordeon und Orchesterleitung (zeitweise auch in Salzburg und in den USA - Kapellmeister Studium). 1970 bis 1972 war er Stipendiat bei Leonard Bernstein in Tenglewood/Lenox, USA und begann 1973 mit Kompositionsstudien u.a. bei Paul Kühmstedt. 1981 folgte ein Dirigentenseminar bei Prof. Jörg Färber (Württ. Kammerorchester). Von 1992 bis 1996 war er Stipendiat des Deutschen Musikrates bei Sergiu Celibidache in München. Seit 1979 ist er als Lehrer für Akkordeon und Dirigieren an der Musik- und Kunstschule Bruchsal tätig. Darüber hinaus besteht eine rege Tätigkeit als Dozent für Dirigieren und Interpretation sowohl an Landes- und Bundesmusikakademien, beim Deutschen Musikrat, als auch bei diversen musikalischen Fachverbänden. Im Februar 2006 wurde er zum Bezirksdirigent des DHV-Bezirks Karlsruhe gewählt und im Februar 2009 zum Sprecher der Bezirksdirigenten des DHV.


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