„Tasten - Töne - Tempo“ – Gelungenes Projekt der Erich-Kästner-Schule

„Mambo“ und „Gespenst“ auf dem Akkordeon

Vom 09. bis 11. März 2011 führte die Erich-Kästner-Schule Pfungstadt ihre Projekttage durch. Aus zwanzig unterschiedlichen Themenangeboten wählten neun Kinder aus den Klassen 1 bis 4 Pfungstadts liebstes Musikinstrument: Das Akkordeon! Es wurde ein voller Erfolg für die Schüler.
Die Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e. V. (AVP) hatte gleich drei ihrer Lehrer für das Projekt entsandt. Eduard Ungefucht, qualifizierter Musikpädagoge, unterstützt von seinen Kollegen Ute Bär und Wojciech Michalik, führte die Kids am ersten Tag in die Geheimnisse des wunderbaren Instruments ein. Wo kommen die Töne raus? Wie kommen sie rein? Wer hätte geahnt, dass hinter all den Tasten und dem atmenden Balg eine hochkomplizierte Technik mit zweitausend Einzelteilen steckt? Mit lustigen rhythmischen Übungen wurde sodann die eigentliche musikalische Arbeit der nächsten Tage didaktisch-methodisch vorbereitend untermauert.
Donnerstags wurde das Projekt im Mühlbergheim, wo die APV Orchester proben, fortgesetzt. Jedes Kind bekam aus dem vereinseigenen Fundus ein Akkordeon aufs Knie und durfte alles ausprobieren, erste Noten lernen, die Finger mit Hilfe der Lehrer auf die richtigen Tasten setzten. Mit Ziehen und Drücken ging es dann richtig zur Sache: ein Mambo (J. Dyremose) wurde einstudiert. Nachmittags erarbeitete die Projektgruppe ein Stück von Ch. Sandern, Titel: „Gespenst“. Für die interpretatorische Details und die Perfektion für den bevorstehenden Auftritts stand der Freitagvormittag zu Verfügung.
Um 14 Uhr präsentierten die jungen Akkordeonisten voller Stolz das Ergebnis ihrer Arbeit vor der ganzen Schulgemeinde. Sie waren ausersehen, am Freitagnachmittag mit ihrem „Mambo“ und „Gespenst“ den Auftakt zur Eröffnung der schulischen Gesamtpräsentation zu spielen. Welche Freude! „Noch vor unserer Rektorin, Frau Saal waren wir dran“, bemerkte einer bedeutungsvoll.
Tatsächlich stärkt Musizieren die Persönlichkeit. „Außerdem macht Musik schlau“, so Professor Dr. M. Hemmje, Vorsitzender der AVP Pfungstadt, „seit 10 Jahren ist das sogar wissenschaftlich nachgewiesen.“ Musizieren ist ein humanes Grundbedürfnis, die Fähigkeit dazu in jedem Menschen angelegt. Beim Spiel auf dem Akkordeon werden alle Sinne tätig, die Feinmotorik trainiert, Geist und Seele öffnen sich. Soziale Kompetenzen entwickeln sich im Zusammenspiel mit Ensemble oder Orchester. Talente werden entdeckt und gefördert, aber auch Defizite kompensiert. Und schließlich macht Musizieren auch noch Spaß!
Da der Musikunterricht in der Schule aufgrund gestraffter Bildungspläne vielfach zu kurz kommt, sind Initiativen der Pfungstädter Schulen zur Kooperation mit der AVP um so begrüßenswerter. Auch den Eltern wurde das bewusst. „Wo findet der Akkordeon-Unterricht statt?“ war eine der ersten Fragen. Die Akkordeonvereinigung ist stolz auf den Erfolg ihrer Musikpädagogen und freut sich, dass fast alle Kinder des Projekts am liebsten sofort dem Akkordeonunterricht beginnen wollen.