Annegret Cratz, virtuose Akkordeonistin und Musikpädagogin, kommt als Akkordeonlehrerin nach Pfungstadt

Bei der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt (AVP) wird seit über 75 Jahren musiziert und das Akkordeonspiel gelehrt. Die Nachfrage ist zur Zeit so groß, dass das vierköpfige Ausbilderkollegium (E. Ungefucht, I. Gladischew, E. Majer, S. Lauterbach) vergrößert wird. Die virtuose Akkordeonistin und Musikpädagogin Annegret Cratz unterrichtet jetzt auch als Akkordeonlehrerin bei der AVP.

Die gebürtige Wiesbadenerin war Schülerin von Dietmar Walther am Wiesbadener Konservatorium. Dort legte sie 1983 die Staatliche Musiklehrerprüfung mit dem  Hauptfach “Akkordeon” und dem Nebenfach “Cembalo” ab. Bereits in ihrer Ausbildungszeit war sie Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, u.a. Bundessiegerin bei “Jugend musiziert”.

Annegret Cratz, auch an der Wiesbadener Musik- & Kunstschule als Musiklehrerin tätig, ist langjährige Konzertmeisterin des Akkordeon Orchesters Wiesbaden Dietmar Walther und tritt im In- und Ausland auf, u.a. als Mitglied verschiedener kammermusikalischer Ensembles. Seit Herbst 2011 leitet Annegret Cratz das Jugendensemble der AVP, das seitdem mehrere öffentliche Auftritte und einen Wettbewerb erfolgreich absolvierte.

Annegret Cratz ist von klein an mit Akkordeonmusik aufgewachsen. „ Das Akkordeon war bereits in unserer Familie, als ich geboren wurde“, erzählt sie. „Mein Vater war Hobbymusiker und schleppte das Instrument mit durch seine Einsätze im Krieg. So wuchs ich mit Hausmusik auf und lernte schon früh den Klang des Instruments kennen und lieben. Mein erstes Akkordeon hatte ich dann mit 4 Jahren, eine Hohner Mignon. Das Instrument besitze ich noch und es steht in meinem Musikzimmer.“

Ihren ersten Akkordeonunterricht erhielt sie mit 8 Jahren, aber das Akkordeonspielen als Berufung und Beruf erkannte sie erst spät. Den Anstoß gab ein von Dietmar Walther vermittelter Konzertauftritt im Wiesbadener Kurhaus, während noch sie Pädagogik, Psychologie und Philosophie studierte. Nach dem Vordiplom begann sie ihre musikpädagogische Ausbildung mit Hauptfach „Akkordeon“. Im Nebenfach „Cembalo“ hatte sie Gelegenheit, tiefer in die Barockmusik einzutauchen. Seitdem ist die Barockzeit ihr musikalischer Schwerpunkt, ihr Lieblingskomponist Johann Sebastian Bach. „Er hat Grundlagen und Kompositionsmerkmale geschaffen, die bis in die heutige Zeit Gültigkeit haben“, erklärt sie. „Vom Studium der Bach’schen Werke habe ich die Genauigkeit gelernt und die Disziplin, Stücke auszustudieren. Davon profitiert die Interpretation jedes Stückes.“

Neben der eigenen künstlerischen Arbeit, die einen ungeheuer hohen Stellenwert für sie hat, möchte Anneget Cratz als Lehrerin den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Spaß beim Musizieren und ein allgemeines, tiefes Musikverständnis vermitteln. Dabei geht es ihr um eine glaubwürdige und überzeugende Interpretation, egal um welches Stück es sich handelt. Ihr liegt sehr viel am stilgetreuen Spiel:„Ein Bach muss auch nach Bach klingen, ein Swing ein Swing sein!“.

Vor allem aber möchte Annegret Cratz ihren Schülern einfach die Musik nahe bringen: „Musik ist eine ganz besondere Ausdrucksform, die dem Menschen als einzigem Lebewesen geschenkt wurde. Wenn ich es schaffe, dass jeder gern an seine Unterrichtszeit mit mir zurückdenkt und ein paar Dinge allgemeiner Art über die Musik gelernt hat, dann habe ich mein Ziel erreicht.“